blogage.de > Kathi-the-Fish > Ein Jahr unter Iren
  Anmelden | Login

Aus aktuellem Anlass kommen jetzt kurz meine Eindrücke vom irischen Gesundheitssystem.

So, wie ich das System verstanden habe, sind die Krankenversicherungen hier fast immer privat. Nur sehr Arme werden vom Staat versichert und die müssen sich auf sehr, sehr lange Wartezeiten beim Arzt und Wartelisten für OPs gefasst machen.

Ansonsten gilt: Man bekommt, wofür man zahlt: Je höher die Versicherungspolice, desto mehr Leistungen sind eingeschlossen. Ist die Leistung nicht eingeschlossen, selber schuld, man hätte ja eine andere Ausstattung wählen können. Dann muss man die Behandlung aus eigener Tasche zahlen.

Hier kurz eine Übersicht über die Arzt-Tarife:

  • Phyisotherapie: 45 Euro pro Sitzungen 
  • Allgemein-Arzt: 50 Euro pro Besuch
  • Orthopäde/Spezial-Arzt: 160 Euro pro Besuch.

Ihr findet das teuer? Die Iren tun das anscheinend auch. Deshalb ist die Gesundheitsvorsorge hier auch häufig über den Arbeitsplatz geregelt: Gerade große Firmen unterhalten ihre eigenen Polikliniken, damit den Mitarbeitern ein günstiger Hausarzt oder Physiotherapeut zur Verfügung steht. Auch die UCC unterhält so eine Poliklinik für ihre Studenten. Dort ist der Hausarzt kostenlos, die Physiotherapie kostet 20 Euro (pro Sitzung wohlgemerkt).

Einschränkend muss ich sagen, dass ich nur mit der Arztpraxis der UCC persönliche Erfahrungen gesammelt habe (ich hatte Ende des letzten Semesters Knieprobleme). Der Rest meines Wissen speist sich aus Zeitungsartikel und Gesprächen mit irischen Freunden und Mitbewohnern.

Allerdings hab ich nicht nur dass irische Krankenversicherungssystem (besser) kennen gelernt, sondern auch das deutsche: In Deutschland hat mir ein Berater der Krankenkasse versichert, dass eine Auslandskrankenversicherung innerhalb der EU wegen der Europäischen Versicherungskarte unnötig ist. – Eine Fehlinformation, wie sich herausstellte, die sehr wahrscheinlich die Konsequenz haben wird, dass ich die Behandlungskosten für meine Knieprobleme selber tragen muss. Dank der UCC-Arztpraxis liegen die aber immer noch unter dem, was ich für eine Versicherung über die gesamten neun Monate hätte zahlen müssen.

Fazit: Ganz egal, in welchem Versicherungssystem man ist, so richtig funktionieren tut es nie.

Bleibt gesund,
eure Kathi

PS: Meine Knieprobleme sind übrigens fast verschwunden, macht euch also keine Sorgen! ;-)

Es begann schleichend. Schon Mitte März sah ich die erste – allerdings in der freien Natur, wo sie keine Gefahr darstellte. Letzten Donnerstag schob ich meine Hand in meine Jackentasche und dachte mir: „Komischer Fussel...“ - Und als ich den Fussel aus meiner Tasche zog und zwischen meinen Fingerspitzen betrachtete, tja... da sah er verdächtig nach zerquetschter (kleiner) Spinne aus (U-ÄÄÄ...). Aber das waren nur Vorboten. Sonntag Abend ging es richtig los: Die erste Spinne überraschte mich im Flur. Sie war ca. zwei Zentimeter groß, schwarz und mit langen Beinen. Genau die Sorte, die man nicht anfassen will. Und noch weniger in seinem Haus haben will. Ich machte kurzen Prozess und schmiss sie raus (man ist ja tierfreundlich, v.a. als Vegetarierin).

Damit war ich auch schon gut für den nächsten Hinterhalt gewappnet. Der kam als ich in meinem Zimmer mein Bett aufschüttelte und mir dachte: „Komischer Fussel, der da in Richtung meines Kopfes geflogen ist...“ Muss ich weiter reden? Nachdem ich ihn aus meinen Haaren gezogen hatte, stellte sich der komische Fussel auch als Spinne heraus (allerdings als ein sehr kleines Exemplar ihrer Gattung) und sie erlitt dasselbe Schicksal wie ihre Vorgängerin: Sie wurde vor die Türe gesetzt.

Einige von euch sind spätestens jetzt stutzig geworden. Ist das wirklich noch die Kathi, die sie kennen? Die vor jeder Spinne mit panischen Kreisch-Lauten flüchtet? Ich kann euch beruhigen, meine Spinnenphobie habe ich noch. (Vor allem bei Spinnen, die größer als 1,5 cm sind.) Allerdings hat sich mittlerweile eine gewissen Rationalität eingestellt, die so funktioniert:

  1. Spinne vor dem Haus ist besser als Spinne im Hause

  2. Es bringt nichts kreischend um Hilfe zu rufen wenn man alleine im Haus ist...

  3. Es bringt nichts zu kreischen nachdem man das Mistvieh schon angefasst hat.

  4. Selbst ist die Frau.

  5. Undurchsichtig Plastik-Trinkbecher! Mit nichts kann man Spinnen besser herauswerfen, denn MAN SIEHT SIE NICHT MEHR! Daher können sie einen auch nicht mehr erschrecken, wenn sie ihm Glas spinnen-plötzlich umherhüpfen.

Mit diesem Blogeintrag sollte dann auch die allgemeine Wetterlage in Irland klar sein. Seit wir Mitte Januar die „Big Freeze“ überstanden haben, ist Irland mit wunderschönem Frühlingswetter gesegnet. Es liegt kein Schnee, die Temperaturen sind zwischen 5 und 10 grad (=kalt, aber annehmbar). Die Sonne lacht von einem strahlend-blauen Himmel herunter. (Das es in Irland so oft regnet ist meiner Meinung nach eine Gerücht, dass die Iren in die Welt gesetzt haben um ihre wunderschöne Insel nicht mit Touristen teilen zu müssen.) Und es blühen nicht nur die Schneeglöckchen und Krokusse, sondern auch schon die Osterglocken.

Ich wünsche euch (irischen) Frühlingssonne und keine Spinnen,

eure Kathi

PS: Today I surrendered: Sie war 4 cm groß, lauerte mir fünf Meter von meinem Zimmer entfernt im dunklen Treppenhaus auf. - Thomas erschlug sie heldenhaft für mich mit seinem Hurley-Schläger. Ich wusste immer, dass in ihm ein Held steckt.

PPS: Ja, gestern war St. Patrick. Ja, es war toll und ja, ein Bericht ist in Arbeit. Und er wird hoffentlich auch bald eingestellt.

Seit fast einer Woche Mittwoch bin ich aus den Weihnachtsferien wieder nach Irland zurückgekehrt und der Empfang war: Frostig. Was zum einen am Wetter liegt. Zwar ist es nicht ganz so schlimm, wie die „sibirische Zustände“ in Deutschland - Aber auch Irland erlebt grad den kältesten Winter seit fast 20 Jahren.

Hauptproblem ist weniger der Schnee, sondern mehr die Kälte: Die sorgt dafür, dass die Straßen eisglatt sind. - Und den Behörden das Salz ausgeht. Vorlesungen fallen aus, weil sich die Dozenten nicht aus dem Haus trauen. Eine Mitbewohnerin ist gar nicht erst gekommen dafür ist eine andere Mitbewohnerin, die sonst freitags immer nach Hause fährt, dieses Wochenende in Cork geblieben, weil sie befürchtet sonst „nicht zurückzukommen“ (Zitat). Eine weise Entscheidung, denn am Sonntag verwandelte sich Cork in ein verschneites Paradies. Was das heißt in einem Land, wo das Streusalz zur Neige geht und keiner Winterreifen hat, kann sich jeder vorstellen. Die einzig gute Nachricht ist, dass es Dienstag in Strömen geschüttet hat daher der Schnee wieder weg ist. - Gott sei Dank, denn nun gibt es im Supermarkt auch wieder Speisesalz. Das haben nämlich ein paar verzweifelte Iren zum Streuen verwendet...

Welche weiteren Probleme die Kälte auslöst hab ich durch einen Zeitungsartikel herausgefunden: Den Iren wird geraten, mit Socken und Mütze ins Bett zu gehen, um so ein Auskühlen über Nacht zu verhindern. Auch über Wärmflaschen solle man nachdenken und evtl. eine Thermoskanne mit einem heißen Getränk neben das Bett stellen.- Auskühlen über Nacht ist hier immer noch ein große Problem, das zahlreiche Häuser - unseres eingeschlossen - nur ein-glasige Fenster haben und eher unzureichend isoliert sind.

Frostig war es bei uns im Haus aber noch aus einem anderen Grund: Über Weihnachten blieb genau eine Person im Haus. Dieser liebe Mitbewohner hat es geschafft, unser schönes Haus (bzw. Küche, Wohnzimmer, Bad und Flurs) in den zwei Wochen so zu vermüllen, dass der Begriff „Saustall“ fast noch zu nett ist. Nach einer Putz-Not-Aktion, bei der besagter Hauptverursacher durch Abwesenheit glänzte, und mehreren Explosionen setzt langsam wieder Tauwetter ein.

Falls ihr euch aber nun Sorgen um mich macht, dass müsst ihr nicht: Meiner Zimmer ist gut geheizt, allerdings sehe ich es kaum, da mich die Uni hat viel Arbeit eingedeckt. 90% meiner Zeit hab ich am Wochenende in der Bibliothek verbracht und über innovative demokratische Reformen gebrütet. - Nur um am herauszufinden, dass die Deadline wegen des schlechten Wetter nach hinten verschoben wurde... Es hat eben doch alles was gutes.

Packt euch gut ein im noch kälteren Deutschland und passt auch euch auf,

eure Kathi

PS: Das ihr auf den diesen Blogeintrag so lange warten musstet liegt übrigens daran, dass ich vor Weihnachten unglaublich beschäftig war: Essays fertig machen, Besuch haben und mich von sehr vielen lieben Freunden verabschieden, die nach den Ferien nicht mehr nach Cork zurückgekommen sind... Ich hoffe ihr versteht das. Ich gelobe Besserung und versuche in Zukunft wieder regelmäßig was zu schreiben.

 

Und nein, mich persönlich hat es nicht erwischt. Ich lebe – Gott sei Dank – auf dem „College Hill“, grob geschätzt 50 Höhenmeter über dem Lee (= der Fluss). Da muss sich der irische Regen schon etwas mehr anstrengen, wenn er mich erwischen will.

 

Der Rest von Cork ist leider nicht ganz so glimpflich davongekommen. Es ist die irische Stadt, die es am schlimmsten erwischt hat. Nach mehreren Tagen extremen Regens musste am Freitag ein Staudamm 8 Meilen vor Cork geflutet werden, weil er sonst gebrochen wäre. Danach stand das Wasser im Corker Stadtzentrum kniehoch. Wobei es bei uns im Gegensatz zu England harmlos ist. Aber der Reihe nach…

 

Das Wasser kam übernacht und Freitagmorgen war das Corker Stadtzentrum und der Norden der Stadt überflutet. Als ich mir mittags ein Bild von der Lage machen wollte, war  alles aber schon weitgehend unter Kontrolle. Die Grand Parade, am morgen komplett überflutet, sah so aus: 

 

Und ein paar Ecken weiter spielten sich diese Szenen ab:

Der Großteil der Stadt war aber schon wieder trocken gelegt bzw. nicht betroffen. Allenfalls ein nasser Gehsteig verriet noch die Überschwemmung. Ansonsten nahm das normale Leben wieder seinen Lauf, ganz so, als wäre nichts gewesen. Und ein Café zeigte sogar Galgenhumor:

Im Moment ist das Hauptproblem nicht mehr die Flut, sondern deren Folgen: 300 Studenten haben angeblich ihre Unterkünfte verloren, unter ihnen eine Freundin von mir. Wegen der Flut fürchtet man eine Verschmutzung der Wasserversorgung und hat Teile der Wasserleitungen abgestellt. Betrifft im Moment zwischen 20.000 und 50.000 Menschen. Im Moment ist die größte Priorität, die Wasserversorgung wieder in Gang zu bringen. Wann sie wieder geht ist völlig unklar, laut Medien aber nicht vor nächstem Wochenende. Da unsere Leitung noch funktioniert haben wir schon fünf Dusch-Flüchtlinge aufgenommen, darunter zwei Widerholungstäterinnen.

 

Auch die Uni hat Probleme: 14 Gebäude sind überflutet gewesen, 500 Mitarbeiter sind ohne Büros und nebenbei muss man sich auch noch um die Studenten kümmern, die wegen der Flut keine Wohnung mehr haben… Freitag habe ich sechs Mails der Uni bekommen mit Updates und Hilfsangboten und Samstags nochmal zwei. Außerdem wurden zwei SMS an alle Studenten geschickt und eine Hilfs-Hotline eingerichtet. Wenn ich Hilfe bräuchte, wäre ich also in guten Händen. Außerdem sah man sich gezwungen für die nächste Woche sämtliche Vorlesungen abzusagen.

 

Mitten drin in einer Katastrophe zu sein (laut Zeitungen wurde der Notstand ausgerufen), fühlt sich sehr, sehr merkwürdig an. Es ist gruselig, wenn man seine gewohnten Straßen entlangläuft und sie plötzlich zu Seen werden. Und ein Regenschauer ist auf einmal nicht mehr nur nervig, sondern eine potentielle Gefährdung, weil er das Wasser wieder zum steigen bringen könnte. Ich atme jedes Mal auf, wenn ich den Hahn aufdrehe und noch Wasser raus kommt und habe begonnen das Leitungswasser abzukochen, bevor ich es verwende. Überhaupt wird einem so richtig bewusst, wie oft man am Tag Wasser braucht! Kurz: Die Flut hat gezeigt, wie empfindlich unser Alltagsleben gegenüber Eingriffen von der Natur ist.

 

Nachdem aber übers Wochenende keine zweite Überschwemmung mehr kam, scheint nun das Schlimmste überstanden zu sein und ich freu mich im Moment auf eine ruhige Woche ohne Uni und hoffe, dass die Wasserversorgung so bald als möglich wieder in Gang kommt und die Schäden schnell wieder behoben werden können.

 

Passt auf euch auf, eure Kathi

 

Die Glücksnuss, für all die Facebook nicht nutzen ist, ist ein kleines Programm, das einem auf Wunsch mit netten Tipps und Vorhersagen versorgt. Und nachdem ich Cork – und insbesondere die Unibibliothek – schon etwas zu gut kenne, beschloss ich auf den Rat zu hören und mich spontan dem Wanderwochenende des Mountaineering Clubs anzuschließen. Letztes Wochenende ging es nach Dingle, eine Halbinsel im Westen Irlands.

Folgendes stand auf dem Programm: Freitag: Anfahrt, Samstag: Wandern, Sonntag: Ausschlafen und heimfahren. Auf meine Frage, ob es okay, sei, dass ich als absolute Wanderanfängerin mitging, bekam ich per E-Mail folgende Antwort. „You should be ok, most people will be hungover on the hike anyway!” Das konnte spannend werden...

Die Spannung erhöhte sich noch dadurch, dass es Freitagnachmittag unglaublich zu schütten begann. Was soll ich sagen: Der irische Winter geht los – und bringt die klassischen Herbststürme. Freitagabend tippte dann die Hälfte des Mountaineering Clubs darauf, dass man Samstag auf keinen Fall wandern gehen kann. Aber am Morgen überraschte uns das irische Wetter mit leichtem Nieselregen – und wir brachen auf.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem Regenanorak bedanken und bei meiner wasserfesten Hose (Letztere eigens für die Wandertour angeschafft), die dafür gesorgt haben, dass ich trotz Nieselregen, Regen, Wind, Regen und mehreren Minuten Hagel völlig trocken (!) zu Hause angekommen bin. Außerdem möchte ich mich bei meinen nagelneuen Wanderschuhen bedanken, die mir keine Blase verursacht haben und die nach 6 Stunden Regen, Matsch, Pfützen und Morast immer noch trocken waren. Des Weiteren möchte ich mich beim irischen Regen bedanken, nämlich dafür, dass er uns ein paar sonnige Momente gegönnt hat.

Und im besonderen danke ich dem Winde, dafür, dass er immer in unserem Rücken war und uns sprichwörtlich den Berg hinaufgeblasen hat! Allerdings wäre es schon nett gewesen, wenn er auf der Spitze des Berge nicht „orkanartig“ geworden wäre. Dieses Foto von mir entstammt der windigsten und höchste Stelle.

Es zeigt mich mit einem Ogamstein, das sind mehrere tausend Jahre alte Wegmarkierung, auf denen eine sehr alte irische Schrift zu lesen ist.

Falls ihr euch wundert, warum ich so komisch dastehe: Es war die einzige Position, in der ich nicht umgeblasen wurde. Ich salutiere übrigens auch nicht, sondern halte meine Kapuze mit Mütze drunter fest. Die hat mir der liebe Wind nämlich einmal geklaut und auf ein zweites Mal hatte ich keine Lust…

Ansonsten sagen Bilder manchmal mehr als 1000 Worte und erklären auch, warum ich den Wandertrip unglaublich klasse fand.

 

 

30 Minuten später sah der Blick in dieselbe Richtung dann so aus:

 

 

Nach der anstrengenden, aber sehr schönen Wanderung, war ich dann sehr gespannt auf den Abend… Aber zu meiner Überraschung waren die Iren sehr manierlich. Was wahrscheinlich auch dran lag, dass die Hälfte der Belegschaft todmüde ins Bett gefallen ist.

Ich jedoch nicht und so erlebte ich einen tollen Abend mit irischer Live-Musik, guten Gesprächen und  neuen Bekanntschaften. Selbstverständlich durfte auch die sportliche Ertüchtigung nicht zu kurz kommen.

Was ihr hier seht ist nicht die irische Version von unter den Tisch trinken, sondern eine Kletterübung. Es geht darum, sich auf der einen Seite des Tisches runtergleiten zu lassen…

...um sich unten an den Tisch zu klammern...

und auf der anderen (!) Seite wieder hochzukommen. Der aufmerksame Leser schließt jetzt aus dem Fehlen eines dritten Fotos, dass mir dazu leider die Armmuskulatur gefehlt hat. Der Schritt an dem ich gescheitert bin sah so aus:

Auch wenn ich in dieser letzten sportlichen Prüfung versagt habe, war es ein sehr schönes Wochenende und ich freu mich schon sehr darauf, mich bald einem der Sonntagsausflüge anzuschließen. Dieses Wochenende geht’s aber nach Cashel. Geplant hat meine niederländische Freundin Ivanka, Spitzname Lonely Planet, denn sie weiß und plant alles!Und Fotos kommen bestimmt auch bald!

Einziger Wermutstropfen: Während ich durch die irische Pampa stiefle, findet in Deutschland die Studentenrevolution meiner Generation statt. Aber man kann ja nicht alles haben…

In diesem Sinne: Geht an die frische Luft, egal ob zum wandern oder demonstrieren, eure Kathi

Liebe Leser,

vor circa zwei Monaten hat sich eine sehr ehrgeizige junge Erasmusstudentin vorgenommen alle zwei Wochen einen Blogeintrag zu verfassen. Wer auf die Daten in meinem Blog schaut, der wird sehen, dass ich es nicht geschafft habe. Schuld ist – wie könnte es auch anders sein – die Uni.

Uni in Irland funktioniert etwas anders als in Deutschland. Zuerst einmal sind alle Kurse wie kleine Vorlesungen. Mit anderen Worten: Der Dozent steht vorne und die Studenten lassen sich von einigen Zwischenfragen abgesehen berieseln. Am Anfang fühlte es sich richtig komisch an, sich eine Vorlesung anzuhören, ohne mit mindestens 50 Leuten in einem Raum zu sein. Dann fand ich es kurzzeitig sehr cool, weil die Dozenten, die ich mir ausgesucht habe, alle sehr gut im Vortragen sind und die Veranstaltungen dementsprechend spannend sind. Mittlerweile nervt es mich ein bisschen. Ich habe nicht das Gefühl, das wir Studenten uns etwas selbst erarbeiten sollen. Von uns wir einfach nur erwartet, dass wir die grenzenlose Weisheit der Dozenten aufsagen. Da die Dozenten uns nicht im Vorhinein die Themen der Stunden sagen und uns Texte vorschlagen, hat man auch keine Chance sich vorzubereiten und das Seminar mit kritischen Gedanken oder Fragen zu begleiten.

Doch halt, damit tue ich den irischen Universitäten massiv unrecht. Denn der Grund, warum die Iren keine Referate halten ist ein ziemlich banaler: Hausarbeiten werden hier nämlich während dem Semester geschrieben. Und zwar in jedem(!) Kurs. Ich hatte bereits am Donnerstag meinen ersten Abgabetermin. Die nächste Hausarbeit ist am 20. November fällig, dann eine am 27, am 16. Dezember die Zusammenfassung eines 200-Seiten Buchs. Ach ja, dass sind nur die Termine des ersten Semesters, die ich grad auswendig im Kopf habe.

Summa Summarum kann man sagen, dass ein Studium an einer irischen Universität deutlich mehr Arbeit ist als an einer deutschen, auch wenn mir im Moment die Eigeninitiative und kritische Mitarbeit ein wenig fehlen. Besonders viel Arbeit hat man dann, wenn man wie ich so intelligent ist noch eine Hausarbeit aus Deutschland mit nach Irland zu nehmen, die man so nebenbei erledigen will… Konsequenz ist, dass ich in den letzten Wochen hier in Cork vor allem eines gut kennen gelernt habe: Die Bibliothek. Dort habe ich auch das Plakat entdeckt, dass ich an den Beginn dieses Blogs gestellt habe. (Bitte entschuldigt den Blitz, aber ohne war es zu verschwommen...) Und genau dorthin werde ich jetzt auch wieder hingehen. Denn jetzt wo ich meine deutsche Hausarbeit beendet habe, kann ich mich endlich meinen irischen "assignments" widmen. Fun!

Viele Liebe Grüße von eurer Kathi, die hofft, dass sie bald genug Zeit hat, für ihren Blog eine gründliche Recherche über die irische Pub-Kultur durchzuführen…

 

Warum in die Ferne schweifen… wenn man dort nur dasselbe erlebt wie zu Hause? Diesen Mittwoch fand in Cork eine Demonstration gegen – Überraschung! – Studiengebühren statt. Doch ganz genauso wie zu Hause war’s doch nicht…

Die Situation in Irland: Batt-Man wants to steal the education!

Erstmal die harten Fakten: Im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung gibt es in Irland keine Studiengebühren. Prinzipiell ist die Finanzierung der Universitäten wie in Deutschland Aufgabe des Staates. Nur Studenten aus nicht EU-Staaten werden zur Kasse gebeten. Doch der ist wegen der Wirtschaftskrise knapp bei Kasse und noch dazu schreiben die Universitäten rote Zahlen. Daher denkt der Minister für Bildung und Wissenschaft Batt O’Keefe (Batt-Man) hochoffiziell über die Einführung von Studiengebühren nach. Über die Höhe kursieren unterschiedliche Zahlen. Schaut man sich an, was die Universitäten im Moment von den nicht EU-Studenten an Studiengebühren verlangen, dann überkommen einem Schwindel-Gefühle: Die billigsten Bachelor Abschlüsse an der UCC (Wirtschaft und Jura) kosten 12 400 € im Jahr. Für Medizin muss man 31 000 pro Jahr hinlegen. Verständlich, dass die Iren besorgt sind. Vor allem, da sie defacto schon zahlen und zwar eine „Registration Fee“. Die lag lange bei 900 Euro pro Jahr, jetzt sind es auf einmal 1600 Euro. Dagegen ist ein Studium in Deutschland ein Schnäppchen.

„They say: Cut backs. - We say: Fight back!”

Das ist nicht nur der Spruch auf diesem Foto, sondern auch der große Schlachtruf der Demo.

Die Argumente gegen Studiengebühren sind weitgehend dieselben wie in good old Germany. Aber die Iren sind ein lustiges Völkchen. Nur weil man auf einer politischen Demonstration ist, heißt das noch lange nicht, dass man keinen Spaß haben darf. Wer von euch war schon mal auf einer Demo, auf der massenhaft Flyer für die offizielle After-Party verteilt wurden? Die wenigen Reden, die gehalten werden, dienten mehr dem Aufpeitschen der Stimmung als der Vermittlung politischer Informationen. Redner waren ausschließlich Studenten, keine Politiker oder Sprecher verbündeter Parteien oder Organisationen waren anwesend. Die Stimmung auf der Demo war gut, fast schon zu gut, fast schon zu wenig politisch. Könnte auch daran liegen, dass irische Studenten jünger sind als ihre deutschen Kommilitonen. Dem entsprechend sind ein paar der Schilder, die auf der Demo hochgehalten werden, auch eher dem Bereich „Witz“ zuzuordnen. Man liest „Hi Mom“, „I want cake!“ und (mein absoluter Lieblingsspruch): „What am I doing here?”

Auch werden hier alte Feindschaften nicht vergessen, nur weil man zufälligerweise dieselben Interessen hat… Als sich die Protestzüge von UCC und CIT (ein weiteres College in Cork) treffen, fliegt als erstes eine Plastikflasche von einem Demo-Zug zum anderen. Dagegen herrscht zwischen LMU- und TU-Studenten geradezu eine Liebesbeziehung. (Das da unten sind übrigens die CIT-Studenten.)

Geworfen wird noch öfter. Im Laufe der Demo zähle ich drei fliegende Plastikflaschen, einen fliegenden Burger und während der Abschlusskundgebung fliegt ein angefressener Apfel in Richtung Podium. Und gerade als man meint, dass es zumindest den (jungen und männlichen) Teilnehmern nicht sehr ernst zu sein scheint, kommt der absolute Hammer: Die Organisatoren der Demo haben – niemand weiß woher – die private Handynummer des Bildungsministers. Der wird sofort angerufen und die Demoteilnehmer brüllen „No Fees!“ in Richtung hochgehaltenes Handy. Und damit die Botschaft auch wirklich ankommt, wird die Handynummer öffentlich durch die Lautsprecher durchgesagt. – Und ca. 5000 Studenten ziehen pflichtbewusst ihre Handys aus der Tasche und schreiben dem Minister eine kurze Liebes-SMS. Text: „No fees!“

Lernen kann man von den Iren übrigens auch in Punkto Polizeipräsenz. Während der gesamten Demodauer habe ich 12 (!) Polizisten gezählt – und ja, ich habe meine Augen offengehalten. Und trotzdem ist nichts eskaliert und es gab auch keine gefährlichen Situationen (sieht man mal von fliegenden Plastikflaschen ab, die von Spaß-Demonstranten geworfen werden). Vielleicht sollte man einige bayerische Sicherheitspolitiker mal für ein Praktikum nach Irland schicken?

Und natürlich darf in Irland die Religion nicht fehlen, sogar nicht auf einer Demo gegen Studiengebühren.

And then the Greens beat Batt-Man...

Sonntag kam es im Radio: In Irland werden keine Studiengebühren eingeführt! Ein Erfolg der Demo? Oder gar der SMS-Aktion? Wohl eher nicht. Vielmehr ist es so, dass in Irland dieses Jahr Kommunalwahlen abgehalten wurden. Die Regierungsparteien (Fianna Fail und die Green Party) haben unglaublich schlechte Ergebnisse erzielt. Besonders schlecht hat es die Grünen erwischt, die nur 2% der Stimmen bekommen haben. Deshalb wurde ein neuer Koalitionsvertrag ausgehandelt und die Einführung von Studiengebühren scheint zumindest in dieser Legislaturperiode vom Tisch zu sein. Schade eigentlich, denn mir hat die Demo - trotz unbekannter fliegender Objekte - viel Spaß gemacht.

Viele Grüße aus Cork von eurer revolutionären Kathi

P.S: Wann sind noch mal die nächsten Kommunalwahlen in Bayern?

 

 

 

 

 

Zwei Wochen ist es her, dass die Uni losging - wird Zeit sie euch vorzustellen!

Das University College Cork – auch UCC genannt – wurde zwei Mal in Folge von der Sunday Times zur „Irish University of the Year“ ernannt. Für die Betreuung der Erasmusstudenten bekommt sie von mir ebenfalles Bestnoten verliehen. In den Wochen vor Semesterbeginn organisierte das International Education Office ein tolle Programm für uns: „Welcoming Meetings“, Stadtführungen mit vielen nützlichen Tipps für den Alltag in Cork, ein Tagesausflug nach Kinsale und – nicht zu vergessen – Kinoabende mit irischen Filmen. Der offen zugegebene Zweck des Ganzen: Wir Erasmusstudenten sollen uns kennen lernen. Und Glückwunsch, das ist gelungen. Ich habe Freunde gefunden in Cork. Nur (leider) sind das (fast) alles andere Erasmusstudenten…  

Das Äußere zählt – Ein kleiner Rundgang

Sucht man die UCC im Internet, bekommt man unter Garantie ein ähnliches Foto:

Dies ist nicht nur das Hauptgebäude der Uni und sondern auch das älteste Gebäude der Universität. Hier fand 1849 der erste Unterricht statt. Damals konnte man an der UCC nur Medizin studieren und es gab nur etwas über 100 Studenten – allesamt Sprößlinge der reichsten Familien Irlands, denn nur diese konnten es sich leisten, während der großen irischen Hungersnote ihre Kinder zur Uni zu schicken. Der Unterricht fand ausschließlich im Westflügel statt (das ist der linke Gebäudeteil).

Der Ostflügel – immerhin ein Drittel der ursprünglichen Universität – diente früher Wohnung des Direktor. Heute ist hier Verwaltung untergebracht. Das ist übrigens der Ost-Flügel (mit Original-Irischen Studenten):

Aufmerksamkeit verdient übrigens auch der Rasen und das Wegekreuz: Jedem, der durch/drüber läuft, droht schreckliches: Entweder fällt man durch alle Prüfungen oder wird schwanger. So will es der lokale Aberglaube. Ich habe diese wichtige Information leider erst in der zweiten Woche bekommen und bin fieberhaft am überlegen, ob ich in der ersten Woche drübergelaufen bin…
Bevor wir unseren Rundgang über den Campus fortsetzen, noch ein paar kleine Einblicke ins Hauptgebäude:
Das ist die Hall of Shame: Hier wurden bis in 1990 Jahre sämtliche Prüfungsergebnisse aufgehängt. Namentlich und nach Leistung geordnet versteht sich: Der Beste oben, der schlechteste unten.

 

Und hier ein Blick in die Vorlesungssäle. Man beachte den Efeu im Fenster… ;-)


Gegenüber ist dann die Bibliothek. Außen Schweinchenbau und innen Historikum. (Für alle Nicht-LMU-Geschichts-Studenten: Das ist die schönste Bibliothek der LMU.)

 

Nun folgt das O’Rahilly Buidling. Auch wenn es von außen nicht so wirkt, es ist innen total unübersichtlich. Nirgendwo auf dem Campus verläuft man sich besser. Benannt ist es nach einem Universitätsdirektor, der in den 70er Jahren Händchen halten und knutschen auf dem Campus verbot. Studentinnen, die ihre (Mini-)Röcke ohne Strumpfhose trugen, wurden vom Unterricht ausgeschlossen, bis sie ihre Beine züchtig bedeckt hat…

 

Hier seht ihr das Student's Center:

 

Es enthält alles, was der Studendierende zum Überleben braucht: Einen Bücherladen, einen Schreibwarenladen und einen Mini-Mini-Supermarkt (der völlig überteuert ist). Außerdem ein Cafe und zwei Bars. Da macht studieren gleich viel mehr Spaß…

Leider hat auch die UCC ihre Schattenseiten:

 

Das ultimative Stundenplan-Gewinnspiel

Eine weitere Schattenseite ist die Erstellung des Stundenplans: Das ist schon in Deutschland schwer. Hier ist es ein wahrer Alptraum. Die UCC schreibt ins Vorlesungsverzeichnis (http://www.ucc.ie/modules/) weder die Kurszeiten noch die Räume rein. Alles was man dort erfährt ist die Kursnummer. Mit der geht man dann auf diese Homepage:

http://timetable.ucc.ie:8009/reporting/individual?objectclass=department&idtype=id&identifier=303%0D%0A&t=department+individual&days=1-7&weeks=5-16;20-31&periods=1-34&template=department+individual

Das ist der Stundenplan des Government Departments. Hier findet man ALLE Kurse, die in den nächsten zwei Semestern angeboten werden. Zur Orientierung: Die erste Zeile enthält die Kursnummer, die zweite den Gebäudecode (den man wiederum in einem andern Dokument nachschauen muss) und die dritte gibt die Wochen an. Wochen 5-16 sind das erste Semester und 20-31 das zweite. Alles klar? Dann kommt jetzt das Gewinnspiel: Finde die Zeiten für den Kurs GV1210 heraus! Tipp Eins: Es sind insgesamt drei Termine! Tipp Zwei: Ohne die Suchfunktion eures Browsers geht gar nichts!

Wenn ihr die richtige Lösung herausfindet, geb ich euch hier in Cork die beste heiße Schokolade eures Lebens aus! =)

Ich habe mir auch eine gegönnt zur Belohnung dafür, dass ich diese Woche einen überschneidungsfreien Stundenplan voll spannender Kurse zusammengestellt habe. Jetzt gibt es nichts mehr, was einem tollen Jahr im Weg steht. - Außer dem irischen Wetter: Nach vier Wochen ununterbrochenem Sonnenschein fängt es heute an zu regnen.

„Dahoam is“ für die nächsten neun Monate das schöne, malerisch am River Lee gelegene Universitätsstädtchen Cork.

- Naja, wir wollen mal nicht übertreiben. River Lee stimmt und Universitätsstädtchen auch, aber malerisch und schön ist es hier nur bei Sonnenschein und selbst dann nur auf der St. Patricks Street, dem Uni-Gelände und an ein paar Orten, die ich hoffentlich noch finden werde. Cork ist eine Industriestadt. Viele alte Fabrikbauten, viele kleine Arbeiterhäuser, aber Cork gibt sich Mühe: Einige Straßen und Plätze sind erst kürzlich umgebaut worden bzw. werden grad neu gestaltet. Und was die Corkianer sich an moderner Architektur so hinstellen ist sehr hübsch! Leider fehlt meiner Digi-Cam noch ein Verbindungskabel zum PC, deswegen kann ich euch nicht mit meinen zahlreichen Amateurfotos beglücken, aber das ist nur noch eine Frage der Zeit!!!

Auf der Haben-Seite ist weiter zu vermerken, dass die Iren alle sehr freundlich sind und dass man in Cork zu Fuß fast alles innerhalb von 15 Minuten erreicht. - Zumindest wenn man so verkehrsgünstig wohnt wie ich. Das nimmt der zweitgrößten Stadt Irlands (123 000 Einwohner) natürlich etwas von ihrem Großstadtflair, aber ich spar mir die nervige Fahrerei mit dem MVV. Außerdem hat das Wetter sich bisher sehr gnädig gezeigt und es hat in meinen ersten zwei Wochen fast durchgängig die Sonne gelacht. Wenn das mal nicht ein gutes Zeichen ist!

Und bevor ich’s vergesse: Wohnen. Dieses Thema hat bisher einen guten Teil meiner Zeit und Aufmerksamkeit verschlungen. Als ich nach Irland kam, hatte ich ja noch keine feste Wohnung, sondern bin erstmal – fürstlich, wie es sich für Erasmusstudenten gehört - in der Jugendherberge abgestiegen. In ein Wohnheim wollte ich nicht (zu teuer und mir war das Risiko zu hoch, dass man da nur noch unter Erasmusstudenten ist) und von Seiten der Uni ist empfohlen worden, Verträge erst zu unterschreiben, wenn man die Wohnungen gesehen hat. Ein guter Rat, wie sich herausgestellt hat, denn gleich aus der zweiten Wohnung, die wir besichtigt haben, sind wir rückwärts wieder rausgefallen: Alt, heruntergekommen, dreckig, schimmlig, klein und stockdunkel. (Warum schreibe ich wir? Weil Matthias, ein weiterer Münchner Politologe, mit mir auf die Suche ging. Und weil ich mir als zusätzliche Rückendeckung die liebe, großartige Carmen mitgenommen habe, die mir tapfer zur Seite gestanden ist und mir das Händchen gehalten hat. An dieser Stelle noch mal ein riesen-riesengroßes Dankeschön an dich, Carmen!!! Du warst die Beste!!!) Die meisten anderen Wohnungen, die wir angeschaut haben, waren „so naja“ und an die Preise, die für kleine Abstellkammern mit Bett gefordert werden, muss man sich sogar als Münchnerin gewöhnen. Schließlich ist es uns aber doch gelungen, ein nettes Haus zu finden, in das Matthias und ich gemeinsam eingezogen sind. Groß, neu renoviert, schöner Garten, bequemstes Bett, Uni-Nähe, aber leider auch sehr teuer. Was uns aber absolut überzeugt hat waren die ersten gekachelten Bäder, die wir in einer irischen Studentenwohnungen gesehen haben (vor lauter Begeisterung haben wir übersehen, dass ein Bad keine Heizung hat…) und die Wegbeschreibung zu unserem Haus: „If you go down College Road, the second house with a big palm tree, that’s where we’re living.“ Die Palme ist übrigens kein Witz: Der Golfstrom sorgt dafür, dass die Dinger an der irischen Südküste wachsen und gedeihen.

Aber zurück zum Haus: Wir zwei Deutschen teilen uns jetzt drei Bäder, eine Küche und ein Wohnzimmer mit sechs oder sieben irischen Studenten - daher auch der Blogtitel. Noch bewohnen wir das Haus zu sechst (drei Jungs, drei Mädchen), der Rest unserer Mitbewohner wird mit Spannung erwartet. Auch wissen wir noch nicht, ob das leere Doppelzimmer an eine oder zwei Personen vermietet wurde. Ihr seht, es bleibt also spannend! Für unsere Mitbewohner gilt wie für alle Iren: sehr, sehr nett. Ich bewohne das Dach mit zwei Mädels. Die haben sich bei mir schon unglaublich beliebt gemacht, weil sie mir in Cork ein kleines Café gezeigt haben, in dem ich die beste (!!!) heiße Schokolade meines Lebens getrunken habe. Aber dazu mehr im Eintrag „Was es in Cork zu entdecken gibt“ …

Jetzt wo ich meine Wohnung habe, steht den Heimatgefühlen fast nichts mehr im Weg. Im Einführungsprogramm der Uni hab ich schon ein paar sehr nette Erasmusstudenten kennen gelernt. Da die fast alle nach mir angekommen sind, konnte ich sie damit beeindrucken, dass ich wusste, welcher Handyvertrag der günstigste ist und wo man billige Lebensmittel und Bücher findet… Und durch das Wohnungsbesichtigen kenne ich mich in Cork auch schon etwas aus… Morgen kriege ich meinen Studentenausweis und ab Montag wird richtig studiert!!! Über den Uni-Start geht dann mein nächster Eintrag. Oder doch über die Lisabon-Kampagne? Es bleibt spannend in Cork, Irland…

Bis bald, eure Kathi

 

Hallo ihr Lieben,

zwei Wochen sind vergangen, seit ich in Irland angekommen bin und dieses kleine Jubiläum nehme ich zum Anlass, um diesen Blog zu gründen. Es gibt so viel, was ich euch erzählen möchte, so viel von, was ich hier sehe und erlebe. Leider sind meine Tage im Moment so voll, dass ich gar keine Zeit habe, alle Mails zu schreiben, die ich gerne verschicken würde. Deshalb sollen Dinge von Interesse ab jetzt in diesem Blog veröffentlicht werden.

Dieser Blog soll aber mehr sein, als nur ein Bericht wie meine Tage hier im (bisher sehr sonnigen) Cork aussehen. Natürlich will ich euch von meinem Uni-Alltag berichten, vor allem aber soll es um die Dinge gehen, die mir hier in Cork/Irland auffallen, die mir bemerkens- und mitteilenswert erscheinen. Kultur, Politik, Mentalität, Alltag, Reisen und vieles mehr. Bereits geplante Episoden dieses Blogs: Ankommen und Erasmus (natürlich), Lisabon-Abstimmung, tolle Orte in Cork, Pub-Kultur, Studentenvertretung an der UCC, München in Cork – nur um euch einen kleinen Vorgeschmack zu geben und die Spannung etwas zu steigern.

Damit der Blog sich nicht im Sande verläuft, nehme ich mir hiermit fest vor, dass ich mindestens alle zwei Wochen einen neuen Beitrag verfasse. Falls mich die Muse küsst und mir die Uni und die anderen Erasmusstudenten genug Zeit lassen, kommt hoffentlich öfter was online.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

eure Kathi

 

Seiten:1