Aus aktuellem Anlass kommen jetzt kurz meine Eindrücke vom irischen Gesundheitssystem.
So, wie ich das System verstanden habe, sind die Krankenversicherungen hier fast immer privat. Nur sehr Arme werden vom Staat versichert und die müssen sich auf sehr, sehr lange Wartezeiten beim Arzt und Wartelisten für OPs gefasst machen.
Ansonsten gilt: Man bekommt, wofür man zahlt: Je höher die Versicherungspolice, desto mehr Leistungen sind eingeschlossen. Ist die Leistung nicht eingeschlossen, selber schuld, man hätte ja eine andere Ausstattung wählen können. Dann muss man die Behandlung aus eigener Tasche zahlen.
Hier kurz eine Übersicht über die Arzt-Tarife:
- Phyisotherapie: 45 Euro pro Sitzungen
- Allgemein-Arzt: 50 Euro pro Besuch
- Orthopäde/Spezial-Arzt: 160 Euro pro Besuch.
Ihr findet das teuer? Die Iren tun das anscheinend auch. Deshalb ist die Gesundheitsvorsorge hier auch häufig über den Arbeitsplatz geregelt: Gerade große Firmen unterhalten ihre eigenen Polikliniken, damit den Mitarbeitern ein günstiger Hausarzt oder Physiotherapeut zur Verfügung steht. Auch die UCC unterhält so eine Poliklinik für ihre Studenten. Dort ist der Hausarzt kostenlos, die Physiotherapie kostet 20 Euro (pro Sitzung wohlgemerkt).
Einschränkend muss ich sagen, dass ich nur mit der Arztpraxis der UCC persönliche Erfahrungen gesammelt habe (ich hatte Ende des letzten Semesters Knieprobleme). Der Rest meines Wissen speist sich aus Zeitungsartikel und Gesprächen mit irischen Freunden und Mitbewohnern.
Allerdings hab ich nicht nur dass irische Krankenversicherungssystem (besser) kennen gelernt, sondern auch das deutsche: In Deutschland hat mir ein Berater der Krankenkasse versichert, dass eine Auslandskrankenversicherung innerhalb der EU wegen der Europäischen Versicherungskarte unnötig ist. – Eine Fehlinformation, wie sich herausstellte, die sehr wahrscheinlich die Konsequenz haben wird, dass ich die Behandlungskosten für meine Knieprobleme selber tragen muss. Dank der UCC-Arztpraxis liegen die aber immer noch unter dem, was ich für eine Versicherung über die gesamten neun Monate hätte zahlen müssen.
Fazit: Ganz egal, in welchem Versicherungssystem man ist, so richtig funktionieren tut es nie.
Bleibt gesund,
eure Kathi
PS: Meine Knieprobleme sind übrigens fast verschwunden, macht euch also keine Sorgen! ;-)